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Meine Lieblingsbilder von einem wirklich denkwürdigen Trip durch Israel. Ich hoffe sie gefallen euch!

 

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Ich weiß nicht, warum genau, aber ich habe das dringliche Gefühl, dass ich das hier mir “von der Seele” schreiben muss.

Es gibt Momente im Leben, in denen man sich einsam und vergessen fühlt. Es ist nicht wichtig ob man tatsächlich vergessen wurde, ob es Menschen gibt, die an einen denken, denen man wichtig ist, oder die alles für einen tun würden, wenn man sie nur darum bitten würde. Es geht nur um dieses Gefühl. Dieses Gefühl, dass im innersten Kern der eigenen Seele begraben liegt, als eingekapseltes Samenkorn, vor Jahren gepflanzt, aus dem eine Pflanze der Finsternis gewachsen ist, die sich wie Efeu durch all das, was das eigene Sein ausmacht, geschlängelt hat, hat Seitentriebe sprießen lassen. Ein emotionales Gewächs, dass einen festhält, jede Bewegung verhindert und einen nie loszulassen scheint. Das einen bis in alle Ewigkeit ketten und zwingen wird.

Es hat mit der Realität – mit der Art, wie einen Menschen sehen – nicht zu tun. Es äußert sich nur darin, wie man sich selbst vorstellt, dass die Menschen einen sehen. Es zeigt sich nur darin, was man von sich selbst hält. Die Realität sieht einen als tugendhaften, hilfsbereiten Menschen. Zuvorkommend, freundlich, eigensinnig, kreativ. Als einen guten in jeder denkbaren Hinsicht mit seinen eigenen persönlichen Verrücktheiten, die einen aber so liebenswert machen. Aber man sieht sich selbst, obwohl man all das immer wieder bestätigt bekommt, auf völlig andere Art und Weise. Man sieht sich selbst isoliert. Man taucht ein, in ein Meer aus Menschen und ist dennoch allein. Ist das ein erstrebenswerter Zustand? Ich weiß von zumindest einem Menschen, der dies für die beste Art zu sein hält. Ich denke es ist die schlimmste. Es ist die, die zur Einsamkeit beiträgt, die das Losgelöstsein noch unterstreicht und es einem herausstellt.

Du bist allein. Du warst es schon immer und wirst es immer sein. Manchmal mag sich jemand deinem Weg anschließen. Aber dieser Weggefährte wird dich bald ebenso einsam zurücklassen, wie die, die vorher kamen.

Es lohnt nicht, danach zu suchen.

Erkenntnis des Tages – Hebräisch und Klingonisch gehören zur gleichen Sprachfamilie

“It’s easy to be a saint in paradise”

Ben Sisko

Nach durchzechter Nacht ein Arschloch unweit stehend das durchs Meganphon grölt und Böller zündet… unbezahlbar

Stadtbummel 3. Teil

Mit dem doppelt verpackten Scorsese-Buch machte ich mich nun erneut auf, verließ die Librería de San Ginés. Vor der Kirche wandelten die Schirmverkäufer auf und ab, immernoch ihren eigentümlichen Singsang betreibend. Ich ging gen Westen, passierte die Oper von Madrid und kam zum Plaza de Oriente, dem Vorplatz des Königspalasts “Palacio Real de Madrid”. Hier zeigte sich in besonderem Maße, dass der spanische Tourismus vom Wetter nicht gerade profitierte.

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Bitte Menschen, bittebittebitte. Sagt doch einfach, wenn ihr mitten in einer Unterhaltung weggeht. Sagt doch nur ein “bin weg”, “muss los” oder sonstwas. Aber lasst euren Gesprächspartner nicht einfach so mit der ausgesprochenen Frage ohne Antwort stehen. Bedeutet es euch denn so wenig, dass der andere nun auf das wartet, was ihr dazu zu sagen habt? Würdet ihr das auch in einer normalen Unterhaltung von Angesicht zu Angesicht machen? Einfach aus der Tür gehen, ohne auf den anderen zu reagieren?

Stadtbummel 2. Teil

Nach einem üppigen, wenn auch etwas überteuerten Mahl, setzte ich meinen Marsch durch Madrid fort. Einige Stunden blieben mir noch, bis der Bus, mit dem ich nach Salamanca fahren wollte, das Busterminal südlich des Bahnhofs Atocha abfuhr. Also machte ich mich auf, den Königspalast und einen Teil der Altstadt in seiner Nähe zu erkunden.

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Nicht nur den US-amerikanischen Slangbegriff des “Yeyo” hat Brian De Palmas “Scarface” von 1984 geprägt. Die Neuinterpretation des amerikanischen Traums als kokaingeschwängertem Neon-Albtraum wirkt sich bis heute auch und vor allem auf die hispanische und schwarze Hip Hop-Kultur der Vereinigten Staaten aus. Dabei wird von prominenten Rappern wie Snoop Dogg, Method Man oder Big Boi der Film nicht nur auf den Aufstieg vom Tellerwäscher zum Millionär reduziert, sondern auch vergessen, dass es sich “nur” um ein Remake handelt.

“Scarface” wurde 1932 von Howard Hawks lose auf Basis des gleichnamigen Romans von Armitage Trail produziert. Der Film erzählt in knapp 90 Minuten vom Aufstieg und Fall des Gangsters Tony Camonte, der sich skrupellos an die Spitze des Mobs einer namenlosen, schwarz-weißen Großstadt stellt. Dabei setzt sich Hawks stilistisch von zeitgenössischen Konkurrenten durch ein extrem hohes Tempo, einen hohen Gewaltanteil und der offensichtlichen Inspiration durch reale Mafiosi Chicagos ab. Das Remake, ca. 50 Jahre später, übersetzt Gangster- und noir-Elemente des Films in die sonnendurchfluteten Strandpromenaden der Stadt Miami, ersetzt dunkelgraue Hüte durch knatschbunte Hawaiihemden, macht aus Tony Camonte Tony Montana, behält aber dennoch die fatalistische Atmosphäre des Originals. Die privaten Konflikte der Figuren, die im Original nur angedeutet wurden, werden von De Palma und Drehbuchautor Oliver Stone zudem nahezu endlos ausgewalzt. Zusammen mit “The Untouchables” (1987) und “Carlito’s Way” (1993) bildet der Film darüber hinaus eine lose Gangsterfilm-Trilogie des Regisseurs, mit sich überlappenden Themen und unterschiedlichen historischen Perspektiven.

Durch die Erweiterung diverser Subplots hat dieses Remake mit einem ähnlichen Problem zu kämpfen, wie Scorseses “The Departed”. Beide Filme strecken eine 90-Minuten Geschichte auf über 2,5 Stunden Laufzeit und schaffen damit Durststrecken, die die Originale nicht hatten. Obwohl es durchaus interessant ist, zu sehen, wie Tony Montanas Mutter ihren Sohn für seine Fehler rügt, wirkt die zweite Mutter-Sohn Szene vor dem finalen Shootout nicht wie ein retardierendes Moment, sondern nur wie die Möglichkeit, sich doch noch neue Chips aus der Küche zu holen.

Von diesen Momenten, in denen die Charaktere, ihre Leiden, ihre Hoffnungen und Konflikte im Dialog erarbeitet werden sollen, gibt es einige in De Palmas Film. Grundsätzlich sind sie auch mit der entsprechenden Kompetenz ausgeführt, halten den Zuschauer aber immer ein bisschen zu lange auf, ziehen das menschliche Drama immer etwas zu weit in die Länge. Im Gegensatz zu Coppolas “The Godfather” zehn Jahre früher, dem die langatmige Ruhe zwischen den kurzen, aber extremen Gewaltausbrüchen mehr als zugute kam, arbeiten sie bei De Palma gegen den eigentlichen Rhythmus des Films.

Dennoch kann man die geruhsamen Momente zumindest aufgrund der schauspielerischen Leistungen auch heute noch genießen. In der ersten Filmhälfte überzeugt Robert Loggia als sympathischer Mentor und Gangster-Urgestein, die dürre Michelle Pfeiffer behauptet sich trotzig gegen ihren Ehemann Tony und Al Pacino mimt den cholerischen Ganoven mit der gewohnten Bravour. Gerade in den melancholischen Momenten, in denen Tony Montana seine eigene Position in der Gesellschaft versteht, erkennt, dass er trotz all seiner Macht doch nur dazu da ist, damit die bürgerliche Gesellschaft mit dem Finger auf ihn zeigen kann, entfaltet sich Pacinos ganze Method-Macht.

Der eigentliche Star des ganzen Films ist allerdings das anbrechende Jahrzehnt, das er auf Zelluloid gebannt hat. Die musikalische Mixtur aus schrillen Synthesizern und Latino-Rhythmen begleitet die Club-Szenen, wilde Schießereien in geschmacksverirrten Prunkbauten werden untermalt von synthetischen Orgelklängen und Waffengeräuschen, die Sergio Leone die eine oder andere Freudenträne abringen würden. So wurde “Scarface” nicht nur prägend für die Hip Hop-Kultur, sondern auch zum Paten für Michael Manns “Miami Vice” oder Rockstars “GTA Vice City”, sowie “CSI Miami” und einigen anderen Filmen, Spielen und Serien, die in der Unterwelt Floridas angesiedelt sind.

Ebenso, wie Hawks Schießereien den Stil von Action in den 1930er und 40er Jahren mitbestimmen sollten, änderte auch De Palmas wagemutiger Einsatz von Kettensägen, Theaterblut und großkalibrigen Maschinengewehren die Art, wie Actionfilme danach auszusehen hatten. So fanden bleidurchsiebte Schießereien, die vorher Kino-Rebellen wie Sam Peckinpah vorbehalten waren, allmählich ihren Weg in das Mainstream-Kino.

Trotz der zwischendurch aufkommenden Langeweile, ist “Scarface” doch ein Film, der auch heute noch weiß, zu faszinieren; der die 80er Jahre von ihrer poppigen, ihrer grellen Seite zeigen kann, dem Zuschauer aber auch vor Augen führt, wie die ganze Welt und all ihre Bewohner in einer Kokainflut versinken und dadurch in einem Strudel aus Paranoia, Größenwahnsinn und Mordlust elend zugrunde gehen.

Stadtbummel 1. Teil.

Nach meiner nahezu überstürzten Entscheidung, Madrid noch an diesem Tage den Rücken und mich Salamanca zuzuwenden, traf ich schnellstmöglich meine Abfahrtsvorbereitungen. Der Kater vom Pub-Crawl am letzten Abend war mit einem typischen, abwechslungsarmen Hostel-Frühstück schnell verwunden (Kaffee, spanische Milchbrötchen, Kaffee, Müsli mit Kaffee und Milch und noch mehr Milchbrötchen), so dass ich meinen Kram in meine Tasche stopfen und mich selbst in Richtung Stadt aufmachen konnte.

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